Goldene Zeiten sind angebrochen, die Krise ist endlich überwunden.
Wirklich? Sind Berichte von Banken, die noch vor wenigen Wochen fast pleite waren, dann riesige Gewinne machten und jetzt plötzlich wieder Milliarden an Stützung benötigen ein gutes Zeichen?
Selbst das Sprichwort “Der Regen wird wärmer” passt hier nicht - eher wohl “Die Ruhe vor dem Sturm”. Glauben Sie nicht?
Da zur Zeit alles wieder aufwärts geht, die Welt in Ordnung scheint, ist dies ein guter Moment, um auf die schlechteren Zeiten zu schauen, die schon wild mit den Hufen scharren und auf uns warten.
Natürlich will man uns Glauben machen, dass nun wieder fast alles in Ordnung sei. Ja, abgesehen von ein paar Millionen Kurzarbeitern und hundertausenden von neuen Arbeitslosen, ein paar schwer angeschlagenen Großunternehmen und unzähligen, ums Überleben kämpfenden Mittelständlern ist tatsächlich alles in Ordnung.
Noch hat es jedenfalls die Masse der Arbeitnehmer nicht am eigenen Geldbeutel getroffen, denn anders ist die Penetranz der Ignoranz dieser Situation nicht erklärbar.
Es ist zwar sehr schwer, eine sichere Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen sowie der Zeiträume zu geben. Aber die grundsätzlichen Zusammenhänge sind relativ logisch und bewahrheiten sich zusehends.
Auf wen könnten denn welche Probleme zukommen?
Wenn Sie ein abbezahltes, völlig hypothekenfreies Haus besitzen und darin wohnen, dann haben Sie allen Grund, gut schlafen zu können. Belastet das Haus eine höhere Kreditsumme, die Sie noch über Jahre monatlich zu bezahlen haben, dann benötigen Sie unbedingt ein stabiles, ausfallsicheres Einkommen. Ansonsten wird Ihre Bank im schlimmsten aller Fälle gnadenlos zuschlagen und vollstrecken lassen. Wenn der Bankvorstand nicht gerade Ihr Schwager ist, sollten Sie darüber nachdenken, was auf Sie zukommen könnte und entsprechend handeln.
Besitzen Sie eine vollständig bezahlte Eigentumswohnung, in der Sie wohnen, dann könnte Ihnen nur eine Sache den ansonsten ruhigen Schlaf rauben: Die anderen Wohnungseigentümer. Denn bei wem die Bank noch die Hand aufhält, der muss ggfls. mit eben genannten Konsequenzen rechnen. Sie haben keinerlei Einfluss darauf, welcher neue Besitzer evtl. eine Nachbarwohnung übernimmt oder ob Wohnungen gar leerstehen werden. Leerstand kommt Sie finanziell möglicherweise teuer zu stehen, weil die Kosten nicht mehr wie gehabt geteilt werden.
Wohnen Sie in Miete - Haus oder Wohnung - dann können Sie im Grunde auch so lange ruhig schlafen, wie Sie über ein sicheres Einkommen verfügen, welches von der Höhe her ausreicht, denn wir erfahren derzeit Gehaltsverzicht auf Seiten vieler Arbeitnehmer. Miete hat den “Vorteil”, dass Sie im schlimmsten Falle auch das Weite suchen können, aus welchen Gründen auch immer.
Als Mieter kann Ihnen zur Not ein weiterer Umstand helfen: Sofern Ihr Vermieter nicht direkt von Ihrer Mietzahlung lebt, kann man mit vielen Vermietern privat eine vorübergehende Mietminderung oder gar -aussetzung vereinbaren - versuchen Sie das einmal mit Ihrer Hypothekenbank. Vielleicht kann eine solche Vereinbarung in manchen Fällen Schlimmeres verhindern.
Seien Sie realistisch: Wie schätzen Sie die Lage Ihres Arbeitgebers ein - oder wenn Sie selbstständig sind, wie sieht Ihre Auftragslage derzeit und mittelfristig aus? Können Sie ganz sicher sein, weder Gehaltsverzicht, noch Kurzarbeit - was einer verzögerten Entlassung gleich kommt - oder gar den Verlust Ihres Arbeitsplatzes einplanen zu müssen?
Wenn Sie auch nur den geringsten Zweifel daran haben, dann stecken Sie Ihren Kopf nicht in den Sand - damit löst man kein Problem. Mit einem gedeckten Konto und einem gefüllten Kühlschrank überlegt es sich bedeutend leichter und entspannter - versuchen Sie das einmal in einer Situation voller Panik. Denken Sie darüber nach, welche Alternativen Ihnen im schlimmsten Fall bleiben. Haben Sie keine, versuchen Sie, sich welche zu überlegen........


