Sa

25

Jul

2009

Renten-Betrug: Riester lohnt sich erst ab 90

MMnews : Renten-Betrug: Riester lohnt sich erst ab 90

Abschluss einer Riester-Rente für zahlreiche Beschäftigte sinnlos. Studie: Riester-Rente lohnt sich meist erst ab dem 90. Lebensjahr. Im Todesfall bekommen Angehörige oft überhaupt nichts.

Viele Bürger mit Riester-Rente müssten mindestens 90 Jahre alt werden, um wenigstens ihre selbst gezahlten Riester-Beiträge verzinst wieder zurück zu erhalten.

Damit lohnt sich der Abschluss einer Riester-Versicherung für zahlreiche Beschäftigte nicht, ergaben Musterrechnungen, die Klaus Jaeger, Riester-Experte und Professor für Wirtschaftstheorie an der Freien Universität Berlin, exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt hat.

So muss ein 30-jähriger Riester-Fondssparer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 52.500 Euro 92 Jahre alt werden, um seine eigenen Beiträge samt Zinsen als Rente ausgezahlt zu bekommen.

Tatsächlich hat ein derzeit 30-jähriger Mann nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes aber eine Lebenserwartung von nur 78 Jahren, Frauen sterben im Durchschnitt mit 83 Jahren. Es sei besonders für Männer „sehr schwierig, so alt zu werden, dass sich die Riester-Rente lohnt“, sagt Jaeger.


Nur Geringverdiener profitieren mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ein 30-jähriger Versicherter mit zwei Kindern und nur 18.000 Euro Bruttojahreseinkommen muss bei Abschluss einer Riester-Rentenversicherung mindestens 71 Jahre alt werden, um seine Beiträge zurück zu bekommen. Steigt das Einkommen aber, dauert es deutlich länger. Nach Berechnung von Professor Jaeger muss ein 30-Jähriger mit zwei Kindern und einem Bruttojahreseinkommen von 36.000 Euro schon 88 Jahre alt werden, bis sich die Versicherung lohnt.

Dass sich die Riester-Rente für viele Sparer nicht lohnt, liegt vor allem an der vollen Besteuerung der Auszahlungen im Ruhestand. Zudem kalkulieren die Versicherer mit einer Lebenserwartung der Versicherten, die bis zu zehn Jahre über der derzeitigen statistischen Lebenserwartung liegt. Die monatlichen Rentenzahlungen fallen folglich niedriger aus.

Die staatlichen Prämien, mit denen Versicherer und Banken werben, kommen dadurch meist erst bei einer sehr langen Lebensdauer von mehr als 90 Jahren beim Kunden an.

Was viele Riester-Sparer ebenfalls bei Vertragsabschluss nicht beachten: Im Todesfall erben Nachkommen oft nichts. Vor allem bei Riester-Rentenversicherungen gehen sie leer aus, wenn nicht eine vererbbare Rente oder ein anderer Hinterbliebenenschutz vertraglich vereinbart wurde.

 

"Altersvorsorge-Produkte" sind ungeeignet:

MM: Rot für Riester, Rürup und Co.

Verbraucherschützer haben in einem bislang einmaligen Versuch zahlreiche Geldanlageprodukte einer Ampelkennzeichnung unterzogen. In ihrem Ratgeber stufen die Experten jedwede Form der Lebensversicherung für die Altersvorsorge als ungeeignet ein. Die Assekuranz ist entsetzt.

Da ist nur Papier drinnen, vorher werden hohe Vertriebskosten abgezogen und man kommt nur schwer oder garnicht heraus. Darum macht jeder richtige Investor einen weiten Bogen. Diese Studie hat es auch erkannt.

 

Das hier ist besser:

 

Quelle Hartgeld

siehe auch :

 

Der Staat als Dieb

Der postmoderne Diebstahl: Wie der Staat seine Bürger enteignet! - Schuldner enteignet Gläubiger. Als großes Finale strebt der Staat die Massenenteignung seiner Untertanen an. 

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4 Kommentare

  • #1

    Geneigter Leser (Sonntag, 26 Juli 2009 08:50)

    Da scheint es ein gewaltiges Mißverständnis zum Zweck der Riester-Rente zu geben:

    Der Zweck ist NICHT die Altersabsicherung des Einzahlers, sondern die Altersabsicherung der Versicherungsvorstände.

    Die einzige sinnvolle (und finanziell tragbare) Form der Altersabsicherung ist die gesetzliche, umlagefinanzierte Rente.
    Nur wurde diese systematisch in den vergangenen Jahrzehnten durch Plünderung der Rücklagen (Wahlgeschenke), Belastungen durch die "Wiedervereinigung" (Rentenanspruch ohne Einzahlung, was eigentlich von ALLEN, nicht nur von den Beitragszahlern hätte finanziert werden müssen) und hinzuzählen von Berechtigungstatbeständen (z.B. Kindererziehung) ohne Beitragszahlung kaputt gemacht.

    Die "Zuschüsse", die der Bund z.Z. zahlt, sind nur ein Bruchteil dessen, was durch "Gesetze" der Rentenversicherung an Lasten aufgebürdet wurde.
    Würde der "Staat" die tatsächlichen Kosten dieser "Gesetze" bezahlen, würde der Rentenbeitrag um ca. 1/3 tiefer liegen.
    Nur, so läßt sich natürlich viel einfacher "beweisen", wie defiziär dieses System ist und das es geändert werden muß.

    Das Märchen von der "demographischen Entwicklung" wird ja gerne gebraucht, um die Demontage der staatlichen Rente vorran zu treiben.
    Dabei wird vergessen/verschwiegen, daß
    - bei der Einführung der Rente 17 Einzahler für einen Rentner zahlten
    - in den Wirtschaftswunder-Jahren 7 Einzahler für einen Rentner zahlten
    - jetzt 4 Einzahler für einen Rentner zahlen

    Und, ist das System "kollabiert"? Nein. Denn es wird geflissentlich unterschlagen, das es ein ständiges Wachstum der Produktivität gibt.
    Ein Bauer konnte nach dem Krieg 8 Menschen ernähren, heute sind es 80!

    Das die "private Rente" erheblich schlechter sein MUSS sollte jeder erkennen, der nur etwas unvoreingenommen an die Sache ran geht und dem kleinen 1x1 mächtig ist.

    > In beiden Systemen spart man für später einen Betrag an - bei gleichen Auszahlbeträgen sollte der Einzahlbetrag erst einmal gleich sein

    > in beiden Systemen fallen "Verwaltungskosten" an, die jedoch in den privaten System erheblich höher sind, da durch viele Verwaltungen (Versicherungsanbieter) auch der %-Satz der Verwaltungskosten an den Beiträgen höher ist.
    Je größer ein System ist, desto geringer sind - auf den einzelnen Beitragszahler bezogen - die Kosten.

    > mit den Beiträgen bei den Privaten müssen ja außer den exorbitaten Gehältern der "Manager" auch noch die Gewinne der Aktionäre bezahlt werden.
    Selbst wenn Spekulationsgewinne mit den Beiträgen entstehen, so gehen diese nur zu einem geringen Teil an die Beitragszahler, der größere Anteil wird an die Aktionäre ausbezahlt (deswegen geringe Mindestverzinsung und der Rest als "Überschußbeteiligung", die NICHT garantiert wird/werden kann).

    > und der größte Nachteil der Privaten ist gerade jetzt zu beobachten: eine Krise.
    Egal ob man eine "Werksrente" abschließt oder eine "Sparvertragrente" bei einer Bank/Versicherung: geht diese Konkurs dann ist der "Anspruch" weg.
    Und selbst wenn es statt eines Konkurses "nur" eine Insolvenz gibt, so sind die Ansprüche keinesfalls sicher!

    Ein Insolvenzverwalter steht ÜBER JEDEM zuvor geschlossenen Vertrag, kann diesen abändern oder aufheben. Da ist dann nichts mehr von "Vertragssicherheit", "Treu und Glauben" oder ähnlichem.

    Bislang sah es bei (Betriebs-) Insolvenzen so aus, daß nur ein kleiner Teil der Ansprüche voll überlebte.
    In der Mehrzahl wurden die Betriebe in einen "Guten" und einen "Schlechten" Betrieb geteilt. Der "Gute" wurde verkauft, der "Schlechte" bekam die Betriebsrentenansprüche - und ging dann in Konkurs.

    Was bei einem Bankrot einer Bank/Versicherung zu erwarten ist, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werden.
    Denn, selbst wenn die Bestimmungen des 'Einlagensicherungsfond' "wohlwollend" ausgelegt werden, hat man max. den Anspruch auf den Zeitwert (abzuglich aller Kosten bei einer vorzeitigen Kündigung). D.h. das es da KEINE Zulagen (staatlich) gibt, ev. erhaltene zurück gezahlt werden müssen, und die bei der Rückzahlung mit erheblichen Minderbeträgen zu rechnen ist (Vorfälligkeitszahlungen, etc.).
    Da es sich jedoch um Milliardenbeträge handeln würde - die dem Bürger und nicht den Banken zugute käme - sollte man lieber nicht von einer "wohlwollenden" Behandlung ausgehen.

    Deswegen, die "private Altersversorgung" ist nur der Versuch der Finanzwirtschaft mit scheinheiligen und erlogenen "Tatsachen" ein funktionierendes Versicherungssystem in die Hände zu bekommen, um - ohne Rücksicht auf Verlußte - noch mehr Profit generieren zu können.

  • #2

    Jo (Sonntag, 26 Juli 2009 09:13)

    @Geneigter Leser

    Respekt !! Ein Hammer-Kommentar. Gute Sonntags-Lektüre !
    Danke und Gruß

  • #3

    ach-ja (Sonntag, 26 Juli 2009 11:33)

    Lug und Betrug auf allen Ebenen, klar und deutlich dargestellt. Danke! Nur inhallieren es viel zu wenige, leider! Und Konsequenzen ziehen die Allerwenigsten.

  • #4

    Helmut Josef Weber (Freitag, 05 Februar 2010 18:46)

    Ich bin heute 57. Seit über 20 Jahren kaufe ich für jede Mark/Euro den ich über habe, kleine Goldbarren. Ich habe keine Riesterrente, die mir bei weiterem Absinken des Rentenniveaus nur auf die Grundsicherung angerechnet wird, und ich habe auch keine private Rentenversicherung.
    Wenn ich einmal in etwa 10 Jahren (trotz meinen dann 39 Beitragsjahren) nur die Grundsicherung erhalte, werde ich mich auch nicht beschweren, denn wer auch nur einen Taschenrechner bedienen kann, konnte sich schon vor über 30 Jahren ausrechen, wo die Rente hingeht. Aber ich kann dann im Rentenalter menschenwürdig leben und ab und zu mal 10 oder 100 Gramm verkaufen. Und wenn ich nicht sehr alt werde, dann können meine Kinder meinen kleinen Goldschatz verjubeln.
    Sozialschmarotzer?
    Sozialschmarotzer sind nicht die Menschen die Angst haben vor Altersarmut. Sozialschmarotzer sind die Menschen, die Gesetze dafür schaffen, dass der Betrug mit der Riesterrente usw. überhaupt möglich ist, gleichzeitig keine Beiträge in die Rentenkassen zahlen und später doppelte und dreifache Pensionen kassieren.
    Sich gegen solche Regime zu wehren, ist reine Notwehr.
    Aber bleiben Sie Alle lieber ehrlich, denn wenn Euch Allen nichts mehr weggenommen werden kann, wem kann man denn dann noch etwas wegnehmen?
    Ihr habt gewählt, ich nicht, aber ich beschwere mich auch nicht.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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